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Hassia Volkmarsen  Club für Windhundrennen e.V. 1974

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gegründet 1974

43 Jahre Hassia

Die Anfänge – erlebt und erzählt von Monika Giese


In den frühen 70igern des letzten Jahrhunderts hatten sich in Nordhessen einige Windhundfreunde zusammengetan – einen Verein gegründet und in der Nähe von Alsfeld in Mittelhessen – unter Mithilfe des Frankfurter Rennvereins – ein Coursing veranstaltet.

Davon ahnten wir nichts, als Klaus Schaeben und ich 1978 aus Berlin nach Nordhessen umzogen.

Wir kamen aus einem wahren Windhundparadies! Zwei Rennvereine mit einer grossen, eingezäunten Freilauffläche nebeneinander und an den Wochentagen konnte man täglich in eins der riesigen Auslaufgebiete fahren.

Nun stellten wir fest: Für Windhunde gibt es hier weit und breit NICHTS! - Für unsere Hunde hatten wir eine Pferdeweide gepachtet – aber – die nächsten Rennvereine gab es in jeder Himmelsrichtung erst in ca. 200 km Entfernung.


Also machten wir uns auf die Suche nach Gelände für eine Rennbahn. - Was wir bei dieser Suche erlebten, bietet Stoff wir eine gesonderte Geschichte – vor Allem, wenn es um die teils skurilen, teils aberwitzigen behördlichen Auflagen ging.

Inzwischen hatte sich herausgestellt, dass es in der näheren und ferneren Umgebung durchaus einige Windhundbesitzer gab, die bereit und willens waren, uns bei der Suche und der Gründung eines Vereins zu unterstützen.

Irgendwann sprach ich auch mit Eckard Schritt von unseren Bemühungen – und er war es, der den bereits existierenden, aber nicht mehr aktiven Verein „Hassia“ kannte. - Über ihn wurden die ersten Kontakte geknüpft.

Die „alten“ Hassianer“ - das waren nur noch acht Mitglieder - darunter Helgard und Fritz O. Weigel, Heike v. Othegraven - wollten nur unter der Bedingung weitermachen, wenn Klaus Schaeben den Vorsitz und ich die Rennleitung übernehmen würde. Eigentlich wollten wir ja keine „Vereinsmeier“ werden – andererseits war uns klar: Hier – nach Nordhessen gehört dringend ein Rennverein.


Die Suche nach einem Gelände ging weiter! - Inzwischen wurde auch immer wieder diskutiert, ob man den Traum von der Rennbahn begraben sollte und sich statt dessen auf Coursings spezialisieren sollte.

Damals gab es nur ganz wenige Coursings – es waren reine „Spassveranstaltungen“ (was ja per se nichts Schlechtes sein muss!) von einigen Rennvereinen am Ende der Saison. - Eins hatte ich schlotternd vor Nässe und Novemberkälte – auf einem Matsch-Acker erlebt – die Hunde verschwanden irgendwo in Nebel und beginnender Dunkelheit – und tauchten irgendwann wieder auf!

Andererseits hatten wir in Ungarn – während einer der legendären „Sloughi-Ralleys“ - ein begeisterndes Coursing mit Reitern erlebt! - So etwas schwebte uns nun auch für „Hassia“ vor.

Inzwischen war auch der - leider vor Kurzem verstorbene - Heinz Dreier zu uns gestossen.

Eines Tages lockte er uns auf ein Gelände, dass wir von seiner Heimatgemeinde – VOLKMARSEN - pachten könnten! - Raus aus dem Ort – links den Feldweg hinauf – in der „Hohlen Gasse“ die Autos parken – und dann zu Fuss weiter. - Wir standen in einem grossen, wildromantischen und völlig verkrauteten – an drei Seiten von Felswänden begrenzten – Kessel.

Sollten wir DAS wirklich wagen? - Konnte man in dieser Wildnis wirklich irgendwann ein Coursing veranstalten?


Ich glaube – es war damals der Mut der Verzweiflung und die bis dahin völlig erfolglose Geländesuche, die uns veranlassten, dieses Wagnis einzugehen.

Der alte Sandbruch wurde gepachtet! -

Jetzt ging die Arbeit richtig los!

Immer mehr helfende Hände waren zu uns gestossen – so z.B. auch Hannelore und Helmuth Ackermann (auch er ist inzwischen verstorben!) und die – noch immer aktive Familie Winkelbach.

Unsere Freizeit verbrachten wir nun im „alten Sandbruch“ - bewaffnet mit Handschuhen und blauen Müllsäcken befreiten wir das Gelände von Müll, Unkraut, Büschen und Steinen.

Im Herbst 1981 war es dann so weit – wir luden zum ersten „Hubertus-Coursing“ in den Sandbruch ein.

Ein grosses Festzelt und Toiletten mussten gemietet werden – Strom gab es überwiegend vom Generator unseres Wohnmobils – wir hatten eine geniale Küchencrew unter der Leitung von Fritz O. Weigel – jede denkbare personelle und technische Hilfe vom Frankfurter Rennverein – der geniale Ungar Barnabas Hevesy war unser Sprecher – und der Reiterverein aus Volkmarsen bot mit seinen Pferden eine fabelhafte Kulisse für diese erste „Jagdveranstaltung“. - Die CAC-Ausstellung musste am Vortag auf dem Gelände des Handballvereins stattfinden – es war ein ständiges hin- und her – von einem Gelände zum nächsten.

Heute frage ich mich, wie wir das alles geschafft haben – nächtelang habe ich Kataloge geschrieben, ausgedruckt, kopiert, geheftet – dann gings wieder auf das Gelände.

Aber – ALLE „Hassianer“ waren mit Leidenschaft und Engagement bei der Sache – wir sprühten nur so vor Ideen.


Und dann waren wir überwältigt von den Meldezahlen! Immer wieder hatte ich darauf hingewiesen, dass auch IW´s und Barsois WINDHUNDE sind – und auch wenn sie auf den Rennbahnen Schwierigkeiten hatten, sollten sie es doch einmal beim Coursing versuchen.

Gemeinsam haben wir es geschafft – und waren es – nach diesem ersten Wochenende – auch – total erledigt – aber überglücklich!

Wir hatten Mut gefasst – im nächsten Frühjahr (1982) gabe es dann das „Coursing Vitesse“ an zwei Tagen – so konnte man die grossen Meldezahlen besser bewältigen.

Es gab „Flutlicht-Coursings“ am Abend vor der Veranstaltung – für alle Hunde, die nicht gemeldet waren – es gab beleuchtete Wasserspiele zu klassischer Musik an der hinteren Felswand – veranstaltet von der Feuerwehr Volkmarsen – der Karnevalsverein kam in Uniformen und mit grossem „Tschingderassabum“ aufs Gelände marschiert …......... wir taten wirklich Alles, um die „Hassia-Wochenenden“ so schön, wie irgend möglich für Windhunde und Menschen zu machen.

Beide Veranstaltungen gehören inzwischen zum festen Bestandteil des jährlichen Rennkalenders – aus der ehemaligen Wildnis des Sandbruchs ist eine gepflegte Parklandschaft geworden – die Coursings finden auf der Wiese statt – die CAC-Ausstellungen im Sandbruch – statt des Festzeltes gibt es jetzt ein grossartiges Vereinshaus mit einer tollen Kantine – Coursings sind keine „Randerscheinung“ mehr – und – vielleicht ist es ja sogar ein Kompliment, wenn aus dem Vereinsheim das Schild mit dem Vereinsmotto:

Unser Windhundsport soll Hobby bleiben” gestohlen wurde!


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